Mehr als 50 Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges ist die Arbeit des Rotkreuz-Suchdienstes nach wie vor aktuell. In den ersten Jahren nach Kriegsende ging es hauptsächlich darum, das Schicksal von knapp 2 Millionen verschollenen Soldaten und Zivilgefangenen zu klären und die Familien zusammenzuführen. Heute erstellt der Suchdienst in erster Linie amtlich brauchbare Gutachten, die zur Durchsetzung von Renten- und Versorgungsansprüchen wichtig sind. Außerdem müssen viele neue Suchanträge von Aussiedlern behandelt werden, die erst jetzt im Zuge der Familienzusammenführung aus den Ländern Ost- und Südosteuropas in die Bundesrepublik eingereist sind. Gefordert ist der Rotkreuz-Suchdienst ferner bei Katastrophen, Konflikten und Flüchtlingselend in vielen Ländern. So forschen in jüngster Zeit inzwischen in der Bundesrepublik sesshaft gewordene Flüchtlinge nach dem Verbleib ihrer Angehörigen in Südostasien, Afghanistan, Eritrea, Irak, Libanon, Polen oder der Türkei. Die Zahl dieser Suchanträge wächst ständig. Gegenwärtig sind es rund 80 000. Die Nachforschungen nach Vermissten bearbeitet der Suchdienst in München, während sich die Hamburger Dienststelle der Familien-Zusammenführung annimmt.

1945 

Aufbau mehrer Suchdienstkarteien 

1948 

über 5,5 Millionen Menschen haben ihre Angehörigen
wiedergefunden.3,5 Millionen Menschen werden noch vermisst

1949 

Bildersuchdienst im Durchgangslager Friedland entsteht

1950 

Zentralisierung der Daten in Hamburg (Zivilverschollene und Kinder) und   München (Wehrmachtsverschollene) nur noch 1,4 Millionen Menschen werden vermisst

1953/ 1954 

Bilateraler Kontakt zwischen DRK und dem Sowjetischen Roten Kreuz sowie dem polnischen Roten Kreuzes

1957 

Beginn des Aufbaus einer zentralen Heimkehrerdatei 

1957

Druck von 199 Bänden von Wehrmachtsverschollenen und 26 Bände von Zivilverschollenen
Heute  ca. 1,4 Millionen Personen werden noch vermisst. Gewährung von Aussiedlerhilfe und Einwanderhilfe